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Dienstag, 14. September 2010

Es wird Herbst! - Wie geht es weiter?

Beim Blick aus dem Fenster wird klar: ein mit Regenwolken verhangener Himmel, immer mehr gelbe Blätter und das Ende der Brutzeiten. Es wird Herbst. Heute kamen die Baumpfleger vorbei und lichteten den Staßenbaum aus, den unsere Grauschnäpper immer als Einflugschneise nutzten:

Noch hat der Baum seine unteren Äste...

Die sind aber mittlerweile längst nach Afrika unterwegs. Bleibt abzuwarten, ob sie nächsten Sommer wieder hier landen werden. Bis dahin bleiben einerseits nur die Erinnerungen an diesen außergewöhnlichen August mit unseren Untermietern:

Der Tag, an dem das Nest verlassen wurde...
Andererseits stellte ich mir in den letzten Wochen oft die Frage: "Was wird aus diesem Blog?" - Nach langem Überlegen habe ich beschlossen, diesen Blog nicht aufzugeben oder bis auf den nächsten Sommer und vielleicht neue Nestbauer zu warten. Dafür war die Resonanz zu überwältigend und viele Leser bedankten sich bei mir persönlich für die schönen Fotos und Reportagen. Und für diese Sichtweise, einem kleinen Vogel so viel Aufmerksamkeit zu schenken. Er hat meinen Sommer reicher gemacht. Und was mich reicher macht, schafft mir Freude.

Diesen Reichtum will ich auch künftig teilen und daher wird sich das Gesicht dieses Blogs etwas verändern. Aus "nestEINBLICKE" wird "[nest] EINBLICKE". Das Nest tritt in den Hintergrund und zukünftig wird sich auf diesen Seiten in Anlehnung an die Leserseite einer großen deutschen Zeitung ein Einblick in die Dinge bieten, die "mein Leben reicher machen".

Versprechen kann ich in jedem Fall auch künftig außergewöhnliche Reportagen und Berichte und dazu faszinierende Bilder.

In diesem Sinne wünsche ich weiterhin angenehme Lektüre!

Montag, 2. August 2010

Der Anfang vom Ende...

Dienstag, 27.07. 12:20 Uhr - Bloß raus aus dem Nest!!!
So begann es vor gut einer Woche. Der erste Nestling verließ das Nest und machte sich unsere Rankhilfe zu Nutze, um einen besseren Überblick über die Gegend zu haben. Während seine beiden Geschwister noch recht verhalten dreinschauen, hatte er längst beschlossen, noch an diesem Tag zu beweisen, dass die täglichen Trockenflugübungen nicht vergeblich waren. Zuvor hieß es aber noch etwas ausruhen und Position beziehen für den letzten gemeinsamen Schnappschuss:

Di, 27.07. 17:35 Uhr - Ordentlich sortiert, von klein/jung nach groß/alt!

Im Schutz der Dunkelheit wurde dann eifrig um den besten Platz am Nestrand gekämpft. Und dann ging es ziemlich schnell...

Freitag, 30. Juli 2010

Evolutionierte Nesthocker starten durch!

Merkwürdiger Titel, denkt vielleicht manch einer. Aber wie sollte man es sonst beschreiben, was sich am Dienstag abend und Mittwoch vormittag auf dem Balkon abgespielt hat? Unsere drei Nestlinge, die man wissenschaftlich eben als "evolutionierte Nesthocker" bezeichnet, haben diesem Namen alle Ehre gemacht und sind ausgeflogen. Wikipedia charakterisiert "evolutionierte Nesthocker" durch eine kurze Brutzeit und die intensive Pflege der unausgereiften Jungen. Und daraus lässt sich eben Schlussfolgern, dass - anders als bei Tagraubvögeln, die viel länger im Nest bleiben - unsere zur Gattung der Sperlingsvögel zählenden Grauschnäpperjungen nach sehr kurzer aber intensiver Nestzeit das Selbige verlassen haben.

Irgendwie musste ich diese Tatsache ersteinmal mental verarbeiten. Hatten doch diese kleinen Vögel für einen Monat einen ziemlichen Einfluss auf meinen Tagesrythmus und -ablauf gehabt, selbst wenn es nur der morgendliche Blick auf den Balkon war, oder die permanente Unterhaltung der besonderen Art am Esstisch. Idealerweise hatte ich am Mittwoch nichts ahnend frei und war also beim Ausflug zu Hause. Und fairerweise haben die "kleinen GROSSEN Ex-Nestlinge" und ihre Eltern mich auch dabei spannend unterhalten, fast 200mal habe ich auf den Auslöser gedrückt...

Das Beste vom Ausflug und weitere Hintergründe sowie gaaanz viele Bilder dazu folgen dieses Wochenende nun auf diesem Blog - bitte noch etwas Geduld. Währenddessen "werbe" ich hier einmal ganz uneigennützig für eine sehr interessante Vogelseite, die ich kürzlich entdeckt habe. Sie punktet vor allem durch die vielen beeindruckenden Nahaufnahmen (auch von Grauschnäppern) überall in deren Verbreitungsgebiet. Und das Spannende dabei ist, diese kleinen unscheinbaren Vögel tatsächlich auch in ihren Winterquartieren in Afrika zu sehen:
Der Grauschnäpper auf den Seiten "The Internet Bird Collection"

Mittlerweile erreichten mich auch Anfragen von Deutsch sprechenden internationalen Lesern, die noch nie vom "Grauschnäpper" gehört haben. Daher eine kurze recherchierte Übersetzung: Wegen seines großen Verbeitungsgebiets hat er sich in vielen Sprachen einen Namen gemacht, so heißt er beispielsweise treffend im Englischen Spotted Flycatcher und wird in Schweden als der Grå flugsnappare bezeichnet.